Transpersonale Ansätze

Wo kommen wir her und wo gehen wir hin? Ist diese Frage wirklich wichtig oder kommt es vielmehr darauf an,
die Rast in der Karawanserei, die wir Leben nennen, mit allen Sinnen zu geniessen?
Morgen werden wir weiterziehen und wer weiss schon wohin – wer weiss, welchen Rastplatz wir als Nächstes finden.

Eine Spiritualität, welche die Fragen auf das woher und wohin richtet, auf ein Aussen, zu dem auch ein Jenseits, Karma oder eine Wiedergeburt gehören, hat diesen Namen nicht verdient.

Spiritualität beginnt im Innen, sie beginnt mit der Frage: Wer bin ich?

Die fortwährende Reflexion dieser Frage und der auftauchenden Antworten führt schliesslich zu Selbst­erkenntnis und Bewusstheit.

Das ist im Zen so, wo diese Frage getarnt als Koan den Geist des Suchenden erschüttern soll, es betrifft alle Riten der Versenkung wie Kontemplation oder Meditation und alle Wege des Herzens, auf denen ein Gefühl der Verbundenheit von allem mit allem den fragenden Geist zum Schweigen bringt.

Spiritualität ist vom Wort Spiritus, was soviel wie flüchtiger Geist bedeutet, abgeleitet.

Erkenntnisse auf diesem Weg sind daher weder objektiv, substanziell noch dauerhaft - vielmehr sind es flüchtige Einsichten in die Natur des eigenen Seins und manchmal auch etwas darüber hinaus.

Es sind kurze und wertvolle Momente auf der Reise zu uns selbst.

Es sind die Augenblicke unserer aktuellen Rast in denen wir ohne zu bedauern klar erkennen, dass wir weiterziehen werden.

Momente, in denen wir wissen, dass es besser ist, vergnügt zu reisen als enttäuscht anzukommen.

 

Du fragst nach einer Rose -
lauf vor den Dornen nicht davon.
Du fragst nach dem Geliebten -
lauf vor Dir selbst nicht davon.

Rumi