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I have a Dream

Mein Leben und Tiere (I)

Byting Büsi

Eine „echte" Verbindung zu Tieren entwickelte ich erst in den letzten zehn Jahren.

Als Kind hatte ich Kuscheltiere, aber die wurden einem Jungen im Alter von sieben Jahren zur damaligen Zeit weggenommen. Er sollte nicht verweichlichen.

Die Hasen und Hühner wurden geschlachtet und meinen Hund hat mein Vater, als er wieder einmal nicht hörte vergiftet und unter einem Birnbäumchen vergraben.

Nach dem Tod meines Vaters hatte meine Mutter zwei Katzen: sie schaffte sie an, weil man ihr riet, dass mein Bruder an den Katzen seine Aggressionen abreagieren kann. Irgendwann setzte sie die Katzen, in den hinter dem Haus gelegenen Schrebergärten aus. Sie schämte sich und hatte nicht den Mut sie in Katzenasyl zu geben.

Tiere hatte in meiner Kindheit und während des Heranwachsens keinen Stellenwert in meinem Leben. Ich lernte, dass wenn man sie nicht später verzehren kann, es überflüssige und unnütze Esser sind.

Meine erste Frau Claudia, schleppte, ich werde wohl zwanzig gewesen sein, ein Hundewelpen an. Der Welpe wuchs zu einer riesigen Hündin, einer Mischung aus Dobermann und Schäferhund. Sie fraß am liebsten rohen Pansen, von dem sie Teile hinter dem Haus verbuddelte und nach drei Monaten von Maden zerfressen ausgrub und verzehrte. Weil sie anfangs so süß war, nannten wir sie Maus.

Es war das erste Tier, mit dem ich eine Beziehung aufbaute und ein tieferer Kontakt entstand: ich bildetet sie zur Rettungshündin aus – sie mich zum Hundeführer und Hundeflüsterer.

Sie war etwa eineinhalb Jahre alt, als der altdeutsche Schäferhund des Nachbarn über unser Tor sprang und Maus trächtig wurde. Maus hatte zehn Zitzen, aber es wurde ein Wurf von 13 Welpen. Drei habe ich getötet. Ich grub ein Loch im Garten und erschlug sie mit dem Spaten. Dann habe ich mich übergeben und betrunken.

Als ich zwei Jahre später zum Studium nach Berlin zog, lies ich Maus bei Jasmina, die sie über alles liebte.

Maus aber liebte die Hasen auf dem Nachbargrundstück von Jasminas Wohnung und irgendwann ist sie während ein LKW kam über die Straße gerannt. Jasmina hat es mir erst drei Jahre später erzählt.

Danach verschwanden für viele Jahre Tiere aus meinem Leben.

Ich bin zum zweiten Mal verheiratet, lebe in einem kleinen Haus in der Schweiz und plötzlich haben wir einen Pflegekater: „Byting Büsi". Byting Büsi. ist eigenwillig und alt, aber ich freundete mich mit ihm an. Dann wurde er krank. Es ist ein krebsartiger Abszess am Maul. Ich pflege Byting Büsi – zerkleinere Lachs und Thunfisch zu Tartar in das ich seine Medikamente mische. Später locke ich ihn damit unter dem Bett hervor, dann gebe ich ihm seine Spritze, so wie es mir die Tierärztin gezeigt hat. Byting Büsi starb dennoch – er wurde drei Wochen später eingeschläfert.

Ich bin Byting Büsi bis heute dankbar, denn er erinnerte mich daran, was es bedeutet von einem anderen Lebewesen umgeben zu sein. Er schuf den inneren Raum und die Bereitschaft für unsere beide Katzen, welche wir kurz darauf einluden, uns für den Rest ihres Lebens zu begleiten.

Sie sind mittlerweile 14 Jahre alt und ohne sie wäre ich wahrscheinlich bis heute nicht mehr in den tiefen Kontakt mit anderen Tieren eingetreten.

Dazu aber im nächsten Post mehr.

Unsere beiden Katzen: Romeo und Cindy
Der Anfang ist gemacht
 

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Sonntag, 31. Mai 2020
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